Meldungen aus der Diakonie Württemberg

  • expand_moreexpand_less Behindertenhilfe braucht Ausweitung der Landesförderung

    30 förderfähige Vorhaben bleiben in diesem Jahr auf der Strecke

    Zumeldung zur Pressemitteilung „Land investiert rund 7,3 Millionen in innovativ-inklusive Wohn- und Arbeitsformen“ des Sozialministeriums Die Diakonie in Württemberg begrüßt die finanzielle Unterstützung des Landes für Weiterentwicklung und Umbau in der Behindertenhilfe. Allerdings sind in diesem Jahr bereits alle Mittel verbraucht, weshalb knapp 30 förderfähige Vorhaben nicht zum Zug kamen. Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg, weist darauf hin, „dass wir diesen Förderstau mit der Reduzierung der Mittel um eine Millionen Euro zu Jahresbeginn bereits vorhergesehen und kritisiert haben“. Die Diakonie in Württemberg fordert deshalb für den Staatshaushalt 2018/19 eine spürbare Ausweitung der Landesförderung, „andernfalls bleiben viele dringende Vorhaben für Menschen mit Behinderung auf der Strecke“. Stuttgart, 14. November 2017. „Die Landesförderung ist dringend notwendig, denn die derzeitigen Strukturen für Wohnen und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung entsprechen vielfach weder den Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention oder der Landesheimbauverordnung noch finden die Menschen flächendeckend gleichwertige Einrichtungen und Angebote“, stellt Eva-Maria Armbruster, Vorstand Sozialpolitik des Diakonischen Werks Württemberg fest. Sie kritisiert aber: „Die aktuelle Situation mit reguliertem Bau- und Förderverfahren sowie unzureichendem Volumen führt dazu, dass die Träger und Einrichtungen darin behindert werden, ihre Angebote zeitgemäß und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.“ Dies gehe letztlich zulasten der Menschen mit Behinderung, die weder auf dem ersten Arbeitsmarkt noch auf dem freien Wohnungsmarkt mit den meisten Mitbewerbern mithalten können und deshalb auf die diakonischen Angebote angewiesen sind. Mit den jährlich bereitgestellten Mitteln aus Landeshaushalt und Ausgleichsabgabe steuert das Land schrittweise in Richtung zeitgemäßer, gemeindeintegrierter sowie innovativ-inklusiver Wohn- und Beschäftigungsangebote. Die Träger und Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege nutzen diese Landesförderung seit Jahren intensiv mit der Konsequenz, dass mit dem aktuell frei gegebenen Förderprogramm bereits alle diesjährigen Mittel verbraucht sind. Das Diakonische Werk Württemberg
    Das Diakonische Werk Württemberg mit Sitz in Stuttgart ist ein selbstständiges Werk und der soziale Dienst der Evangelischen Landeskirche und der Freikirchen. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes unterstützt der Wohlfahrtsverband im Auftrag des Staates hilfebedürftige Menschen. Das griechische Wort „Diakonia“ bedeutet „Dienst“. Die Diakonie in Württemberg ist ein Dachverband für 1.200 Einrichtungen mit 40.000 hauptamtlichen und 35.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie begleiten Kinder, Jugendliche und Familien, Menschen mit Behinderungen, alte und pflegebedürftige Menschen, Arbeitslose, Wohnungslose, Überschuldete und andere Arme, Suchtkranke, Migranten und Flüchtlinge sowie Mädchen und Frauen in Not. Täglich erreicht die württembergische Diakonie über 200.000 Menschen. Das Diakonische Werk Württemberg ist ebenfalls Landesstelle der Internationalen Diakonie, Brot für die Welt, Diakonie Katastrophenhilfe und Hoffnung für Osteuropa.

  • expand_moreexpand_less Dabei sein, satt sein, dazugehören

    Landesbischof July und Oberkirchenrat Kaufmann laden in Vesperkirchen ein

    Stuttgart, 6. November 2017. 32 Vesperkirchen öffnen von November 2017 bis April 2018 in Baden-Württemberg ihre Pforten, die weitaus meisten im württembergischen Teil des Landes. Sie bieten warme Mahlzeiten, Angebote zur medizinischen Grundversorgung und Raum für Begegnungen und Gespräche oder laden, wie etwa in Stuttgart, kostenlos zum Kulturprogramm ein. Die erste Vesperkirche in dieser Saison startet am Montag, 6. November, in Ellwangen. Die Schirmherrschaft hat Gerlinde Kretschmann übernommen. In einem gemeinsamen Brief zur Eröffnung der diesjährigen Vesperkirchen laden der württembergische Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July und der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann in die Vesperkirchen ein. „Dabei sein, satt sein, dazugehören. Das ist ein Recht, das alle Menschen haben, und auch ein Recht, das nicht für alle Realität ist“, schreiben July und Kaufmann. Dort müsse niemand hungrig und durstig nach Hause gehen. Gleichzeitig machten Vesperkirchen deutlich, „dass wir uns für eine gerechte Welt einsetzen müssen, solange Menschen Hunger und Durst haben“. Eingeladen sind alle Menschen, im Mittelpunkt stehen das Essen in Gemeinschaft, Gespräche und Zuwendung. „Die Vesperkirchen lassen die biblische Verheißung vom Reich Gottes Wirklichkeit werden“, so July und Kaufmann. Sie freuen sich, dass Gerlinde Kretschmann die Schirmherrschaft für die württembergischen Vesperkirchen übernommen hat. Sie unterstützt seit Jahren die Vesperkirchen, hat einige vor Ort besucht und auch selbst mit angepackt. In ihrem Grußwort schreibt Kretschmann: „Viel zu oft nehmen wir es als selbstverständlich hin, dass wir im Wohlstand leben. Aber es gibt auch diejenigen in unserer Gesellschaft, deren Lebensweg anders verlaufen ist.“ Für sie sind Vesperkirchen „gelebte Nächstenliebe“. Deshalb dankt sie den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, „die mit ihrer Arbeit gesellschaftliche Verantwortung übernehmen“. Die Bürgerinnen und Bürger bittet sie, „die Vesperkirchen auch in diesem Jahr wieder tatkräftig zu unterstützen“. Bild Bildunterschrift
    Im ganzen Land gibt es Vesperkirchen wie hier in der Leonhardskirche in Stuttgart. Grußwort von Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July und Oberkirchenrat Kaufmann Grußwort Gerlinde Kretschmann Auflistung der Vesperkirchen 2017/2018 in Baden-Württemberg

  • expand_moreexpand_less Arbeitsmarktentwicklung lässt die Arbeitslosen zurück

    112.300 Beschäftigte mehr, aber nur 17.104 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr70.467 Personen...


    112.300 Beschäftigte mehr, aber nur 17.104 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr
    70.467 Personen haben ihre Arbeitslosigkeit beendet, aber nur 19.742 Personen konnten in eine Erwerbstätigkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt übergehen
    Stuttgart, 2. November 2017. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober 2017 um 9.605 Personen gesunken, und gegenüber dem Vorjahresmonat um 17.104 Personen niedriger ausgefallen. Dieser Rückgang ist jedoch gegenüber der Gesamtzahl von 200.124 Arbeitslosen in Baden-Württemberg eher gering. Dass es insgesamt 112.300 Beschäftigte mehr, aber nur 17.104 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr gibt, bedeutet: Die positive Entwicklung des Arbeitsmarkts schlägt sich nicht im Abbau der Arbeitslosigkeit nieder. Die Arbeitsmarktentwicklung lässt die Arbeitslosen zurück. Es arbeiten mehr Menschen – oft ungewollt – in Teilzeitarbeitsverhältnissen. Aktuell sind 397.166 Menschen als arbeitssuchend gemeldet. Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt ist also fast doppelt so groß wie die reine Arbeitslosenzahl vermuten lässt. Die Zahl der Unterbeschäftigten – derer, die krank oder in Maßnahmen, aber eigentlich auch arbeitslos sind, fällt mit 288.610 ebenfalls deutlich höher aus als die der registrierten Arbeitslosen. Der Bericht der Arbeitsagentur weist aus, dass im Oktober zwar 70.467 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendeten, aber nur 19.742 Personen aus der Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt übergehen konnten. Die Zahl der Beschäftigung schaffenden Maßnahmen ist gegenüber dem Vormonat um 13 Plätze gesunken und gegenüber dem Vorjahresmonat lediglich um 497 auf jetzt 4.685 Plätze gestiegen. Diese Zahl ist gegenüber einer Gesamtzahl von 59.779 Langzeitarbeitslosen mehr als ungenügend und der Anteil an der Gesamtzahl von 79.869 Eingliederungsmaßnahmen ist angesichts der Struktur der Arbeitslosigkeit, an der die Langzeitarbeitslosigkeit einen Anteil von fast einem Drittel hat, eine falsche Schwerpunktsetzung. Die Zahl der Menschen, die insgesamt von Hartz-IV-Leistungen leben – die Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II und ihre Angehörigen – ist im Jahresverlauf deutlich um 18.169 auf 460.900 Menschen gestiegen. Allein die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten beträgt 326.419 und damit 8.123 mehr als vor einem Jahr. Diese Entwicklung ist entgegen der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen deutlich negativ. Scheinbar gelingt es vielen Menschen selbst bei Aufnahme einer Arbeit nicht, sich aus der Hilfebedürftigkeit zu befreien. Dieser Trend nimmt zu. Das Phänomen steigender Armut trotz Arbeit weitet sich aus und stellt ein ernsthaftes Alarmsignal dar. Auch der soeben erschienene neue Armutsbericht der Bundesregierung weist eine ständige Zunahme der „Working Poor“ aus, das sind die Menschen, die trotz Arbeit arm bleiben. Die Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit zeigt sich unverändert an der durchschnittlichen Dauer der Arbeitslosigkeit für Langzeitarbeitslose, die im SGB-II-Bereich bei 596 Tagen liegt und damit erneut angestiegen ist, 12 Tage mehr als im Vormonat 17 Tage mehr gegenüber dem Vorjahresmonat. Es gibt zwar weniger Arbeitslose im Rechtskreis des SGB II, aber die bleiben dafür immer länger arbeitslos. Die Diakonie fordert seit langem, die positive wirtschaftliche Entwicklung zu nutzen, um Langzeitarbeitslosen durch eine qualifizierte öffentlich geförderte Beschäftigung die Teilhabe an Arbeit zu ermöglichen und eine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. Stattdessen wird inzwischen für die Verwaltung der Arbeitslosigkeit doppelt so viel ausgegeben wie für Unterstützungs- und Eingliederungsmaßnahmen. Weitere Hinweise unter: http://www.initiative-pro-arbeit.de/ http://www.o-ton-arbeitsmarkt.de/ Das Diakonische Werk Württemberg
    Das Diakonische Werk Württemberg mit Sitz in Stuttgart ist ein selbstständiges Werk und der soziale Dienst der Evangelischen Landeskirche und der Freikirchen. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes unterstützt der Wohlfahrtsverband im Auftrag des Staates hilfebedürftige Menschen. Das griechische Wort „Diakonia“ bedeutet „Dienst“. Die Diakonie in Württemberg ist ein Dachverband für 1.200 Einrichtungen mit 40.000 hauptamtlichen und 35.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie begleiten Kinder, Jugendliche und Familien, Menschen mit Behinderungen, alte und pflegebedürftige Menschen, Arbeitslose, Wohnungslose, Überschuldete und andere Arme, Suchtkranke, Migranten und Flüchtlinge sowie Mädchen und Frauen in Not. Täglich erreicht die württembergische Diakonie über 200.000 Menschen. Das Diakonische Werk Württemberg ist ebenfalls Landesstelle der Internationalen Diakonie, Brot für die Welt, Diakonie Katastrophenhilfe und Hoffnung für Osteuropa.